Einmal reicht!

Radiochirurgie - Patientin und Arzt am Röntgenbild

Die Radiochirurgie ist eine Form der Strahlentherapie, bei der in einer einzigen Sitzung eine sehr hohe Dosis punktgenau auf das Ziel gerichtet wird, um dieses zu zerstören. Experten nennen das "stereotaktische Einzeitbestrahlung". Die biologische Wirkung einer hohen Einzeldosis ist wesentlich stärker als bei einer üblichen Strahlentherapie, die auf viele kleine Einzeldosen verteilt ist (Fraktionierung). Deshalb erfordert die Methode höchste Exaktheit. Durch dieses effiziente und damit schonende Verfahren lässt sich der Krankheitsherd mit einer so wirksamen Dosis bestrahlen, dass in der Regel eine einzige Sitzung ausreicht.

Gamma Knife® - was ist das?

Behandlung Gamma Knife Das Gamma Knife® ist ein Gerät zur Hoch-
präzisionsbestrahlung. In ihm sind 201 kleine Kobaltstrahler über eine Halbkugel verteilt angeordnet. Ihre Strahlen vereinen sich in einem einzigen Punkt. Hier wird das zu behandelnde Gewebe mit Hilfe eines so genannten Stereotaxiesystems positioniert. Dadurch kann es extrem genau bestrahlt werden. Dazu wird zunächst ein Rahmen am Kopf des Patienten befestigt. Auf der Basis von Bildern aus Computer- oder Kernspintomographie legt der Neurochirurg dann den Bestrahlungspunkt und die Dosis fest.

Präzise, sicher, schonend und zeitsparend

Zusammenfassend zeichnet sich die Therapie mit dem Gamma Knife® durch die Adjektive präzise, sicher, schonend und zeitsparend aus:
  • präzise - das definierte Bestrahlungsfeld umschließt eng den Tumor. In der Umgebung fällt die Strahlendosis stark ab, so dass dieses Gewebe geschont wird.
  • sicher und schonend - die Fixierung des Kopfes und die Fokussierung der Strahlen ermöglichen die höchstmögliche Abgrenzung des bestrahlten Gebietes gegenüber empfindlichen Hirnstrukturen.
  • zeitsparend - nur eine einzige Bestrahlung reicht, selbst bei multiplen Metastasen. Das bringt dem Patienten kostbare Lebenszeit zur freien Gestaltung - auch zum Arbeiten.

Die Entwicklung und Einführung dieser Hochpräzisionsbestrahlung erfolgte 1968 durch den schwedischen Neurochirurgen Lars Leksell und den Physiker Börje Larsson. Sie gaben ihrer Entwicklung den Namen Gamma Knife®, auf deutsch "Strahlenmesser", weil die Wirkung einer Operation mit dem Messer ähnelt.

Prof. Ladislaus Steiner

Prof. Ladislau Steiner setzte als erster das Gamma Knife zur Therapie von Hirntumoren ein. Er gilt als Begründer der Radiochirurgie. Steiner war zuletzt Leiter des Gamma Knife Centers in Charlottesville, USA.



Weltweit wurden in den vergangenen 40 Jahren in 261 Centern mehr als 500.000 Patienten mit dem Gamma Knife® behandelt.

Kumulierte Zahl behandelter Patienten